52. Spielzeit | 2018/2019
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Konzert
Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie
 
Musikalische Leitung: Jakub Hruša
 
Bedrich Smetana
Mein Vaterland (Má vlast)
1. Vysehrad
2. Die Moldau
3. Sárka
4. Aus Böhmens Hain und Flur
5. Tábor
6. Blaník



Bedrich Smetana beginnt seine sinfonische Dichtung »Mein Vaterland« mit einem ausgedehnten Solo der Harfen. Sie erinnern an einen Harfner namens Lumir aus mythischer Vorzeit. Lumir besingt den Ruhm und die Herrlichkeit der Burg Vyšehrad am Ufer der Moldau, die als Geburtsstätte der tschechischen Nation verehrt wird.

Majestätische Pracht, Nostalgie, und ein archaischer Legendenton: all das vereint Smetana in seinem Vyšehrad-Motiv, das unüberhörbar von Wagners Wallhall inspiriert ist und im weiteren Verlauf des Stücks »Mein Vaterland« noch mehrfach in Erscheinung tritt. Jakub Hruša und die Bamberger Symphoniker kosten die erhabene Größe der Musik stilsicher aus. Durch kurze Betonungszäsuren gibt Hruša den Schwerpunkten des Themas noch mehr Gewicht. Das kostet etwas Zeit – aber diese Investition lohnt sich. So kann das Orchester ganz in Ruhe seine Strahlkraft entfalten, gekrönt vom Glanz der Trompeten.

Als ganzes Werk, mit allen sechs Sätzen, ist die sinfonische Dichtung »Mein Vaterland« von Bedrich Smetana nur selten live zu hören. Eine der wenigen Gelegenheiten in Deutschland erlebten die Konzertbesucher im Dezember 2014 in Bamberg: Damals feierte der junge tschechische Dirigent Jakub Hruša sein umjubeltes Debüt als Gast bei den Bamberger Symphonikern. Es habe gleich gefunkt zwischen ihm und dem Orchester, bekannten die Musiker im Anschluss – nur wenige Monate später wählten sie ihn dann auch zu ihrem neuen künstlerischen Leiter, als Nachfolger des langjährigen Chefdirigenten Jonathan Nott.

Mit der ersten gemeinsamen CD-Produktion kehren Hruša und sein Bamberger Orchester zu Smetanas Meisterwerk zurück. In ihrer Aufnahme von »Mein Vaterland« haben die Interpreten die besondere Magie der Erstbegegnung auf Tonträger konserviert. Das Funken und Kribbeln ist deutlich zu spüren, auch im Satz mit dem Titel »Die Moldau«. Mit raschen, wellenförmigen Figuren zeichnet Smetana dort tonmalerisch den Lauf der Moldau nach – und diesen Figuren gibt Jakub Hruša eine klare Kontur, indem er das An- und Abschwellen hervorhebt. Der musikalische Fluss schäumt etwas stärker als in anderen Aufnahmen, als wehte hier ein besonders frischer Wind.

Jakub Hruša lässt das Wasser der Moldau glitzern und wirbeln, in seiner Debütaufnahme als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Hruša, 1981 in Brünn geboren, hat an der Prager Akademie der musischen Künste unter anderem bei Jiri Belohlavek studiert und ist mit dem tschechischen Repertoire aufgewachsen. Mit den Bamberger Symphonikern trifft er auf ein Orchester, das sich ebenfalls ausdrücklich auf die tschechische Tradition beruft. Auf seiner Internet-Website widmet das Orchester dem »böhmischen Klang« ein eigenes Kapitel und nennt ihn eine »musikantische Lebenseinstellung«. Damit verweisen die Bamberger Symphoniker demonstrativ auf ihre Wurzeln.

Marcus Stäbler in »Die neue Platte« im Deutschlandfunk am 25.12.2016


 
 








 
 
 
Freitag, 10.05.2019 | 19.30 Uhr  
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