52. Spielzeit | 2018/2019
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Hamburger Kammerspiele
Marias Testament
(The Testament of Mary)
Theaterstück nach dem Roman von Colm Tóibín (geb. 1955)
 
Inszenierung und Bühne: Elmar Goerden
Kostüm: Lydia Kirchleitner
mit Nicole Heesters
 
Uraufführung im Walter Kerr Theatre (New York) 2013
Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung in den Hamburger Kammerspielen am 18. Februar 2018

»Atemloses Schweigen, dann orkanartiger Beifall«, schreibt die Zeitung »Die Welt« zur Premiere: »Nicole Heesters glänzt in Colm Tóibíns Monolog ›Marias Testament‹«, der Geschichte einer Mutter, die ihren Sohn nicht beschützen konnte.

»Wie Nicole Heesters ihre Maria zum Tode ihres Sohnes in die klassische Pieta-Position, der finalen Vereinigung aus Liebe, Trotz und Kampfeswillen, bringt«, lobt »Der Spiegel«, »das ist in seiner Schlichtheit und Kraft bewegend: Nicole Heesters spricht sich quasi heilig.«

Eine Mutter erzählt die Tragödie ihres Lebens. Sie berichtet von der Entfremdung und vom grausamen Tod ihres Sohnes. Sie erzählt dies alles auf ganz und gar persönliche Weise, aus der Perspektive ihrer eigenen, individuellen Erfahrung.

Maria ist – in der Erzählzeit des Romans und Stückes – mittlerweile eine alte Frau, lebt allein in der antiken Stadt Ephesos, hadert mit düsteren Erinnerungen und merkt, dass sie belauert wird. Zwei sehr zudringliche Jünger Jesu suchen sie in ihrem Haus auf, fragen sie nach den Ereignissen im Leben Jesu aus, die sie doch aus nächster Nähe erlebt haben muss: Die Wunder, die er vollbrachte, den Märtyrertod am Kreuz, den er erlitt, die Auferstehung. All jene Ereignisse also, aus denen in der Überlieferung der Evangelisten der zentrale Teil des Neuen Testaments besteht. Maria bestätigt den biblischen Sinn dieser Ereignisse keineswegs. Von Erlösung hält sie so wenig wie vom Glauben an die Auferstehung. Sie hält nichts von den Lehren ihres Sohnes, auch nichts von der charismatischen Wirkung, die er zu Lebzeiten auf Menschen ausübte. Somit ist Marias Testament eine mutige Kontrafaktur des Neuen Testaments. Colm Tóibín nimmt sich die literarische Freiheit, eine Wahrheit zu erzählen, die sich auf der »Rückseite der Bibel« ereignet.


Nicole Heesters gehört zu den ganz großen Schauspielerpersönlichkeiten unserer Tage. Sie spielte bereits als Jugendliche in den 1950er-Jahren kleinere Rollen im Film. Nach dem Schauspiel-Studium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien arbeitete sie mit Regisseuren wie Peter Stein, Boy Gobert und Andrea Breth. Engagements führten sie u.a. an die Schauspielhäuser von Graz und Düsseldorf, ans Thalia Theater Hamburg, an das Schauspielhaus Bochum, an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin und an das Wiener Theater in der Josefstadt. Als Kommissarin Buchmüller war sie Ende der 1970er-Jahre die erste Tatort-Ermittlerin überhaupt. Regelmäßig steht sie bis heute für Fernsehfilme vor der Kamera.
 
 






Fotos: Bo Lahola

 
 
 
Dienstag, 30.10.2018 | 19.30 Uhr  
Schauspielmiete BLAU
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Mittwoch, 31.10.2018 | 19.30 Uhr  
Schauspielmiete ROT
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