52. Spielzeit | 2018/2019
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Grußwort des Theaterleiters
Christian Kreppel am 18. Februar 2019
Liebe Theater- und Konzertfreunde!

In den letzten Monaten der 52. Spielzeit, die uns bisher beste Auslastung gebracht hat, spinnen wir unsere inhaltlichen Fäden auf höchstem Niveau weiter.

Die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie beehren uns noch zwei Mal. Besonders freue ich mich, dass der Chefdirigent Jakub Hruša am 10. Mai Smetanas »Mein Vaterland« dirigieren wird, mit dem zwei Tage später der »Prager Frühling« eröffnet wird und auch Konzerte in Baden-Baden, Zürich, Innsbruck und Lugano stattfinden werden. Hruša dirigiert in den nächsten Wochen außer in Bamberg und Schweinfurt u.a. im Musikverein Wien die Wiener Symphoniker, in Cleveland The Cleveland Orchestra und im Het Concertgebouw Amsterdam das Royal Concertgebouw Orchestra.

Wir freuen uns auch auf ein Wiedersehen mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Für die herausragende musikalische Qualität des Konzertangebots sowie für die besondere Kreativität wurde das Orchester in der Saison 2016/2017 vom Deutschen Musikverleger-Verband für das »Beste Konzertprogramm« ausgezeichnet. Für ihre CD-Einspielung mit Orchesterwerken von George Antheil wurde der Klangkörper 2018 mit dem ersten OPUS KLASSIK in der Kategorie »Konzerteinspielung des Jahres (Musik des 20./21. Jahrhunderts) ausgezeichnet.

Zwei hervorragende deutsche Compagnien schließen den immer wieder umjubelten Tanzspielplan ab. Gauthier Dance ist ein Ensemble von 16 vielseitigen Tänzerpersönlichkeiten unter der Leitung des Choreographen, Tänzers und Musikers Eric Gauthier. Nach der Gründung im Oktober 2007 etablierte sich die Compagnie in Rekordgeschwindigkeit als internationale Marke. Mittlerweile zählt sie zur Handvoll deutscher Ensembles mit der intensivsten Tourneetätigkeit – national wie international. Innerhalb von wenigen Jahren ist Eric Gauthier der große Sprung gelungen: vom charismatischen Publikumsliebling des Stuttgarter Balletts zum international gefragten Choreographen und Künstlerischen Leiter seiner eigenen Truppe. MEGA ISRAEL zeigt den zeitgenössischen Tanz von seiner dynamischsten Seite und mit einer ausgeprägten persönlichen Handschrift. Alle Choreographen sind gebürtige Israelis und arbeiten heute mit führenden Compagnien weltweit. Die Choreographien markierten für ihre Schöpfer bedeutende Stationen ihrer künstlerischen Karriere.

Auch das Ballett Dortmund hat sich durch die Berufung von Xin Peng Wang im September 2003 in den vergangenen Jahren zu einer Compagnie mit unverwechselbarem künstlerischen Profil entwickelt. Die Westfalen-Metropole Dortmund selbst wandelte sich von einer tanzaffinen Kommune zu einer Drehscheibe der Tanzkunst. Mauro Bigonzetti ist ein Ausnahmekünstler der Ballettwelt. Lange Zeit prägte er Italiens beste zeitgenössische Ballettcompagnie: »Aterballetto«. Dieses Ensemble wird im Theater der Stadt Schweinfurt seit November 2006 stets euphorisch gefeiert und hat sich eine feste Fangemeinde erarbeitet. In »Alice« bringt der bildmächtige Choreograph die furiose Welt des Klassikers nach Lewis Carroll auf die Theaterbühne.

Alle Freunde des Anhaltischen Theaters Dessau dürfen sich auf Puccinis Meisterwerk »Manon Lescaut« mit der so beliebten, immer gefeierten Kammersängerin Iordanka Derilova in der Titelrolle freuen. Das Theater Hof zeigt Cole Porters Musical-Klassiker »Kiss Me, Kate«. Beste Unterhaltung versprechen auch »Saturday Night Fever«, die in Berlin gefeierte Musicalfassung von »Hauptmann von Köpenick« und »Die Drei von der Tankstelle«.

Die 52. Spielzeit schließen wir mit einem Gastspiel des Deutschen Nationaltheaters Weimar ab. Wir zeigen Hasko Webers Inszenierung von Lessings »Nathan der Weise«. Lessing entwirft mit seinem dramatischen Gedicht ein Sinnbild des vorurteilsfreien sowie respektvollen Umgangs der Religionen untereinander, da die Figuren untereinander den Kern humanistischer Ideale verhandeln. Eine Lektüre in der heutigen Zeit zwingt uns, die Gültigkeit der Lessing’schen Idee von Respekt und Toleranz neu zu prüfen – denn die Frage nach einer friedlichen Koexistenz ist die Frage nach dem Zusammenleben trotz Unterschiede und Unvereinbarkeiten. Greifbare Zukunftsvision oder Utopie? Einen passenderen Abschied eines dichten Theaterjahrs kann man sich nicht wünschen.

In dem Artikel »Da knistert gar nichts mehr« (Imre Grimm in Frankfurter Rundschau vom 04.02.2019), einer fundierten und kritischen Stellungnahme zu unserer heutigen Medienlandschaft, freut mich der Satz »Die Sehnsucht nach Gemeinsamkeiten im Publikum ist groß. Das ist der Grund, warum Liveerlebnisse wie Konzerte und Musicals boomen.« Denn gerade in dieser unterfränkischen Industriestadt erleben wir es – durch eine außergewöhnlich starke Kulturprägung. Wir nehmen diese Entwicklung dankbar an und sehen sie als Auftrag hier intensiv unser Bestes zu geben.

Apropos Weiterarbeit: am 08. Mai erscheint das 53. Spielzeitprogramm unseres wunderschönen Hauses! Bis dahin hoffe ich auf viele persönliche Begegnungen im Theater.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen!

Ihr Christian Kreppel | Theaterdirektor
18. Februar 2019