52. Spielzeit | 2018/2019
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Grußwort des Theaterleiters
Christian Kreppel am 14. Dezember 2018
Liebe Theater- und Konzertfreunde!

Schon fast in der Mitte der 52. Spielzeit angekommen, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf zwei ganz besonders außergewöhnliche Programmpunkte lenken. Die Münchner Kammerspiele beehren unser Gastspielhaus seit fünf Jahrzehnten. Umso mehr freue ich mich, dass diese erstklassige Adresse für anspruchsvolles Sprechtheater auf höchstem Niveau in meiner Intendanz seit Januar 2006 zum nunmehr elften Mal zu erleben sein wird. Auf dem Spielplan steht Anfang Februar » #GENESIS – A Starting Point « von Yael Ronen und dem Ensemble. Es spielen in der Inszenierung der Autorin Zeynep Bozbay, Daniel Lommatzsch, Wiebke Puls, Damian Rebgetz, Samouil Stoyanov und Jeff Wilbusch.

Ging es bei »Marias Testament« Ende Oktober um die komplexe Beziehung der Mutter Gottes zu ihrem Sohn Jesus, wendet sich die aus Israel stammende Yael Ronen dem Zeitpunkt zu, an dem vermeintlich alles begonnen hat. Das 1. Buch Mose, hebräisch Bereschit und altgriechisch Genesis genannt, beschreibt die Erschaffung der Welt. Es skizziert Gott zunächst als den Regisseur, den Schöpfer, der die Welt erschaffen und geordnet hat (Gen. 1,1 bis 1,3). Die mythischen Gleichnisse der Genesis sind vielfach und kontrovers interpretiert, gleichwohl sind sie die Wurzel der abendländischen Kultur. In ihrer Bildhaftigkeit und Symbolik erzählt die Genesis beispielsweise von der Erschaffung der Frau aus der Rippe des Mannes. Ist das schon die Wurzel einer patriarchalen Weltordnung? Und warum wird Gott gemeinhin als ein männliches Wesen wahrgenommen?

Der vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommene Abend wurde auch in den Medien hoch gelobt: »Mit sehr viel Humor aber auch mit einer großen Ernsthaftigkeit arbeitet sich Yael Ronen mit ihrem Ensemble an unserem Schöpfungsmythos ab, diesem Urgrund unserer Kultur, der, in unsere Gene eingeschrieben, unleugbar Einfluss nimmt und deswegen immer wieder hervorgeholt, interpretiert und auch um- oder überschrieben werden muss. Dabei zeigt sie den Mut zum Pathos großer Bilder ebenso wie zugleich die notwendige Respektlosigkeit, um für heilige Mythen überraschende Varianten zu finden, wie etwa für die – eigentlich als Symbol der Vollkommenheit geltende – sich in den Schwanz beißende Schlange.« (Sven Ricklefs, Bayerischer Rundfunk)

Yael Ronen wurde 1976 in Jerusalem geboren, stammt aus einer Theaterfamilie und zählt zu den aufregendsten Theatermacher*innen aus Israel. Sie lebt in Berlin, ist Hausregisseurin am dortigen Maxim Gorki Theater und arbeitet regelmäßig im deutschsprachigen Raum. Ihr Stück »Dritte Generation« (2008) mit israelischen, palästinensischen und deutschen Schauspielerinnen und Schauspielern ist international als Theater-Sensation gefeiert und zu zahlreichen Festivals eingeladen worden.

Bereits am 1. Dezember haben wir mit dem Vorverkauf für die Festveranstaltung am 2. März »500. Konzert der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie in Schweinfurt« begonnen. Unter der musikalischen Leitung von Manfred Honeck präsentiert ein hochkarätiges Sängerensemble eine konzertante Aufführung des Operettenmeisterwerks »Die Fledermaus«. Wir können uns u.a. freuen auf Bo Skovhus (Gabriel von Eisenstein), Simona Šaturová (Rosalinde), Krešimir Stražanac (Gefängnisdirektor Frank), Stefanie Irányi (Orlofsky), Bernhard Berchtold (Alfred), Michael Nagy (Dr. Falke), Kresimir Spicer (Dr. Blind) und Katharina Konradi (Adele). Prof. Andreas Herrmann leitet den Philharmonischen Chor München, den Chor der Münchner Philharmoniker.

Am 10. Oktober 1946 fing alles mit der Unterstützung der Schweinfurter Großindustrie an. In den Sälen der Firma Kugelfischer rief die Gewerkschaft in der von den Bombardements der alliierten Bombengeschwader schwer in Mitleidenschaft gezogenen Stadt zur ersten Großkundgebung nach Beendigung des 2. Weltkriegs auf. Es sprach der Generalsekretär der Bayerischen Gewerkschaften Reuter aus München zu Aufbau und Aufgaben der Gewerkschaften. Zur Eröffnung und Abschluss spielten die »Bamberger Symphoniker« Ouvertüren von Beethoven, am Abend unter dem Dirigat von Konrad Lechner Tschaikowsky, Bruch und Richard Strauss. Als Solist fungierte der 1. Konzertmeister Otto Büchner. Der Abend war so ein großer Erfolg, dass er am 19. Oktober wiederholt werden musste.

Was folgte, ist einzigartige fantastische Konzertgeschichte. Über Jahrzehnte und über alle Intendanzen hin hielt und hält die intensive künstlerische Zusammenarbeit, die durch das Engagement der Großindustrie in schweren Zeiten begonnen hatte. Seit vielen Jahren konzertieren die »Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie« bis zu neun Mal pro Saison vor einem begeisterten Konzertpublikum in der unterfränkischen Industriestadt und setzen so eine Tradition intensiv fort, die vor 72 Jahren begonnen hat.

Lassen Sie sich diese beiden Höhepunkte der laufenden Saison auf keinen Fall entgehen.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen!

Ihr Christian Kreppel | Theaterdirektor
4. Dezember 2018