53. Spielzeit | 2019/2020
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Vorwort des Theaterleiters Christian Kreppel 2019/2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Theater- und Konzertfreunde,

heute lege ich meinen nunmehr vierzehnten Spielplan für unser wunderschönes »Theater der Stadt Schweinfurt« vor. Das tue ich in Dankbarkeit und ein Stück weit in Demut vor den famosen Arbeitsbedingungen im Bereich Kultur als Theater- und Kulturamtsleiter in dieser 54 000 Einwohner zählenden Industrie- und Arbeiterstadt. Das nun in gedruckter Form vorliegende, von der Stadt in Auftrag gegebene Kulturprofil gibt Zeugnis über die Vielfalt der wertvollen Aktivitäten und macht mich stolz, hier verwalten, bewahren und entwickeln zu dürfen. In meiner dritten Tätigkeit als langjähriger Verbandspräsident der INTHEGA, in der ca. 400 Städte und Gemeinden im deutschsprachigen Raum versammelt sind, kann ich ein Lied davon singen, wie schwer es die Kultur haben kann. In Schweinfurt gehen die Uhren seit Jahrzehnten anders – auch die überregionalen hohen Besucherzahlen sind Ausdruck des Erfolgs unserer kulturellen Einrichtungen!

Mein beruflicher Lebensmittelpunkt war, ist und bleibt das Theater. Hier schlägt mein Herz. Vierzehn Spielpläne – das bedeutet über 1 400 Programmpunkte in fast 2 500 Vorstellungen. Sie können sich sicher vorstellen, welche Herausforderung es immer wieder aufs Neue ist, einen Jahresspielplan in zweijähriger Planungsarbeit zu erstellen. Ich spreche gerne von einem »künstlerischen Puzzle-Spiel«. Denn es bleibt spannend, die über 100 Programmpunkte in bis zu 170 Vorstellungen in 16 Abo-Ringen, Freiverkauf-Vorstellungen und Vermietungen so zu planen, dass Sie, sehr verehrtes Publikum, im Idealfall begeistert sind und wir im Haus die ganzen Planungen bühnen- und arbeitstechnisch bewältigen können. Meine hohen Ansprüche stelle ich hier hintenan, obwohl diese natürlich immer mitschwingen.

Ich bin sehr glücklich, dass es mir gelungen ist, gleich fünf Tourneepremieren in der kommenden Spielzeit einplanen zu können. Wegen der notwendigen Endprobenzeiten ist das logistisch herausfordernd. Am 28. September zeigen wir die Dramatisierung von »Aus dem Nichts« nach dem packenden Film von Fatih Akin u.a. mit Anna Schäfer und Mathias Kopetzki. Am 19. Oktober startet die hervorragende Aakash Odedra Company aus Großbritannien ihre Gastspielreise bei uns. Das Hamburger Ernst Deutsch Theater zeigt am 03. November »Heisenberg« aus der Feder des englischen Erfolgsautors Simon Stephens, prominent besetzt mit Anna Stieblich und Charles Brauer. Die in Schweinfurt bestens bekannte Dancefloor Destruction Crew präsentiert am 27. November die Vorpremiere ihrer neuen Show »DDC goes CRZY«. Und am 22. April steht mit »Lenya Story«, die in Wien und Berlin bereits gefeierte Hommage an Lotte Lenya und Kurt Weill in der Inszenierung des Theaters in der Josefstadt Wien mit Sona McDonald in der Titelrolle auf dem Programm.

Immer wieder werde ich nach den Höhepunkten eines Spielplans gefragt – bei der Antwort tue ich mir ob der gezielt angestrebten Vielfalt immer sehr schwer. Bewusst ist es mir ein großes Anliegen, Ihnen alle existierenden Genres von Jahr zu Jahr zu präsentieren. Ich weiß, dass das leichte Genre wie Musical, Show, Crossover und Boulevard den Unterhaltungsansprüchen schnell genügt und sich bester Nachfrage erfreut. Es freut mich, dass auch die so oft totgesagte Operette in unserem Haus sehr beliebt ist. Und nach wie vor »brummt« das Tanztheater. Ihnen werden hier immer aufs Neue packende und in Erinnerung bleibende Höhepunkte aus der internationalen Tanz-Welt präsentiert. Inhaltsstarkes Sprechtheater findet ein anderes Publikum, egal ob es sich um Klassiker und neue zeitgenössische Stücke handelt. Oper ist nicht immer ein Selbstläufer. Hier versuche ich mit Qualität und Niveau zu punkten. In der kommenden Spielzeit konnte ich Produktionen vom Theater Ulm, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Landestheater Detmold und dem Theater Hof verpflichten. Überdies steht eine Peking-Oper – also eine ganz andere »Farbe« – und eine vertanzte »Zauberflöte« (NRW Juniorballett Dortmund) auf dem Programm.

Der Konzertbereich in unserem Haus ist ein Juwel, denn er bietet ein künstlerisches Niveau, das in Städten unserer Größe so gut wie nie anzutreffen ist. Die Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern – Bayerische Staatsphilharmonie ist daher nach wie vor eine große Freude. Letzte Saison konnten wir das 500. Konzert in Schweinfurt mit einer grandiosen Fledermaus-Aufführung begehen. Kommende Saison können Sie sich u.a. auf Beethovens 9. Symphonie und zwei Konzerte unter dem Dirigat des fantastischen Chefdirigenten Jakub Hruša freuen. Der weltweit gefeierte Countertenor Valer Sabadus beehrt uns zum ersten Mal und der Tenor Daniel Behle, der im Januar 2019 als Belmonte in unserem Haus gefeiert wurde, präsentiert mit »Behlcanto« eine Weltpremiere. Zudem konnte ich das Radio-Sinfonieorchester Prag zum ersten Mal verpflichten.

Am Schluss erlauben Sie mir doch persönliche Empfehlungen aus dem Bereich Sprechtheater: das Düsseldorfer Schauspielhaus wird Kleists »Zerbrochnen Krug« zeigen, die Württembergische Landesbühne Esslingen Seethalers »Trafikant«, die einzigartige Brigitte Hobmeier wird ihren Picasso-Abend präsentieren und das Deutsche Nationaltheater Weimar Shakespeares »Romeo und Julia«. Richtig stolz bin ich darauf, dass die Münchner Kammerspiele wieder mit einer Produktion, die Ende Juni 2019 festgelegt wird, anreisen werden.

Sie sehen – schon beim Streifen des Programms – finden wir in dem großen dichten künstlerischen Blumenstrauß viele wunderschöne Blumen. Ich lade Sie herzlich ein, sich erneut auf die Suche zu machen. Bleiben Sie neugierig wie kritisch und bitte immer unserem »Theater der Stadt Schweinfurt« gewogen.

Auf Wiedersehen in Ihrem Theater der Stadt Schweinfurt!

Mit herzlichen Grüßen!
Ihr Christian Kreppel
Theaterleiter